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Regulation

S1- und S2-Labor: Schutzstufen nach BiostoffV (TRBA 100)

Laborakte TeamAktualisiert: 12.5.2026•ca. 2 Min. Lesezeit
BiostoffVS1 LaborS2 LaborSchutzstufenTRBA 100Einstufung
Die Biostoffverordnung (BiostoffV) regelt den Schutz von Beschäftigten vor biologischen Arbeitsstoffen. Die Einstufung Ihres Labors in die richtige Schutzstufe ist entscheidend für den Arbeitsschutz. > **Hinweis zur Begriffstrennung:** Die BiostoffV nutzt **Schutzstufen 1–4** für Tätigkeiten in Laboratorien (TRBA 100) und **Risikogruppen 1–4** für Biostoffe (TRBA 466). Die Bezeichnungen "S1-Labor" / "S2-Labor" beziehen sich auf die Schutzstufen. Die GenTSV verwendet daneben eigenständige **Sicherheitsstufen S1–S4** für gentechnische Anlagen — formal getrennt, in der Praxis oft deckungsgleich. ## Die Schutzstufen im Überblick ### S1 – Keine oder geringe Gefährdung Laboratorien der Schutzstufe 1 arbeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 1, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie beim Menschen eine Krankheit verursachen. **Typische Merkmale:** - Keine krankheitserregenden Organismen - Standard-Hygienemaßnahmen ausreichend - Geringe Konzentrationen / unkritische Mengen ### S2 – Mäßige Gefährdung Laboratorien der Schutzstufe 2 arbeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 2, die beim Menschen eine Krankheit hervorrufen können, deren Verbreitung in der Bevölkerung aber unwahrscheinlich ist und gegen die wirksame Schutz- oder Therapiemöglichkeiten existieren. **Typische Merkmale:** - Pathogene Organismen mit mäßigem Risiko (RG 2 nach TRBA 466) - Erhöhte Schutzanforderungen (Sicherheitswerkbank, abgeschlossener Bereich) - Anzeigepflicht für nicht gezielte Tätigkeiten in Laboratorien bereits ab Schutzstufe 2 (§ 15 BioStoffV); zusätzlich Gefährdungsbeurteilung nach § 5 BioStoffV in jedem Fall verpflichtend ## Kriterien für die Einstufung Die Einstufung richtet sich nach: 1. **Art des biologischen Arbeitsstoffs** - Identifizierung und Klassifizierung - Übertragungswege - Erkrankungsschwere 2. **Tätigkeitsmerkmale** - Häufigkeit des Umgangs - Menge der verwendeten Organismen - Art der durchgeführten Arbeiten 3. **Arbeitsbedingungen** - Versuchsdesign - Verfügbarkeit von Schutzmaßnahmen - Erfahrung des Personals ## Checkliste für die Selbsteinstufung - [ ] Welche biologischen Arbeitsstoffe werden verwendet? - [ ] Liegen Risikobewertungen vor? - [ ] Welche Tätigkeiten werden durchgeführt? - [ ] Sind geeignete Schutzmaßnahmen vorhanden? - [ ] Ist eine Gefährdungsbeurteilung erstellt? ## Fazit Die korrekte Einstufung ist nicht nur rechtlich vorgeschrieben, sondern schützt auch Ihr Personal. Bei Unsicherheiten sollten Sie einen Sicherheitsbeauftragten zu Rate ziehen. --- **Hinweis:** Laborakte unterstützt Sie bei der Dokumentation und Einstufung Ihrer Laboratorien.

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